понедельник, 18 декабря 2017 г.

eier_aus_deutschland

Die verschiedenen Haltungsformen

Vier Haltungsformen sind in Deutschland zugelassen. Die Bodenhaltung, die Freilandhaltung, die Kleingruppenhaltung und die ökologische Erzeugung.

Bereits seit dem 1.1.2010 ist in Deutschland die herkömmliche Käfighaltung für Legehennen verboten, in Europa war diese Haltungsform dagegen noch bis Ende 2011 erlaubt.

Ökologische Erzeugung

Die Erzeugung von Eiern aus der ökologischen Haltung erfolgt unter Einhaltung der Mindestanforderungen der so genannten „EG Öko-Verordnung“. Dabei dürfen pro Stall nicht mehr als 3000 Legehennen gehalten werden. Die Tierzahl ist dabei auf 6 Hennen pro Quadratmeter nutzbarer Stallfläche beschränkt. Außerdem stehen jeder Legehenne 18 cm Sitzstange zu. Ein Auslauf ins Freie ist vorgeschrieben, dabei müssen pro Henne mindestens 4 Quadratmeter Auslauffläche zur Verfügung stehen. Die höchstzulässige Anzahl von 230 Legehennen je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche darf nicht überschritten werden. Die Fütterung der Hennen sollte ausschließlich mit ökologischem, möglichst betriebseigenem Futtermitteln erfolgen. Bei der Behandlung der Hennen im Krankheitsfall sind Naturheilmittel und homöopathische Arzneien zu bevorzugen.

Freilandhaltung

In der Freilandhaltung haben die Legehennen neben dem Stall, der den Anforderungen an die Bodenhaltung entspricht, tagsüber uneingeschränkt Zugang zu einem Auslauf von 4 m² pro Henne. Die Auslauffläche sollte zum größten Teil bewachsen sein und nicht zu anderen Zwecken genutzt werden, außer als Obstgarten, Wald oder Weide. Der maximale Radius der Auslauffläche beträgt 350 m. Bei einem Radius von 150 bis 350 m müssen im Auslauf Unterstände und ggf. Tränken vorhanden sein. Da sich die Hennen bevorzugt in Stallnähe aufhalten, wird hier der Boden sehr stark beansprucht und mit dem Kot der Tiere belastet. Es ist in der Regel nicht möglich, im unmittelbaren Umfeld des Stalles eine intakte Vegetation aufrecht zu erhalten. Kies oder Holzspäne helfen gegen Verschlammung und das Einbringen von Schmutz in die Ställe und Nester.

Bei der Freilandhaltung stehen der Bewegungsfreiheit der Hennen Rangordnungskämpfe und die Infektionsgefahr durch den Kot der Hühner und durch den Kontakt zu frei lebenden Tieren und deren Ausscheidungen gegenüber. Außerdem muss der Geflügelhalter die Gefahren der unterschiedlichen Witterungsbedingungen, wie Zugluft, Nässe oder Unterkühlung, für die Gesundheit der Tiere, die Hygiene und die Produktqualität auffangen. Die Freilandhaltung erfordert daher ein angepasstes Management, insbesondere hinsichtlich der Tiergesundheit.

Bodenhaltung

Bodenhaltung bedeutet, dass die Legehennen in einem geschlossenen Stall leben, in dem sie sich frei bewegen können. Der Stall kann dabei auf bis zu vier Ebenen übereinander angeordnet sein, die aus Sitzstangen und höher gelegenen Laufflächen bestehen. Auf einem Quadratmeter nutzbarer Stallfläche darf der Tierbestand maximal 9 Hennen betragen. Bei der Anordnung der Haltungseinrichtungen auf mehreren Ebenen dürfen es maximal 18 Hennen pro Quadratmeter Stallgrundfläche sein. Insgesamt ist die Legehennenzahl in einer Gruppe auf höchstens 6.000 Legehennen begrenzt. Die Versorgung mit Futter und Wasser erfolgt automatisch. Zur Eiablage können die Hennen Nester aufsuchen und für die Ruhephasen können sie Sitzstangen nutzen. Ein eingestreuter Bereich im Stall oder an der Stalllängsseite, der so genannte Kaltscharrraum, steht den Legehennen mindestens zu zwei Dritteln des Tages zur Verfügung. Aus Hygienegründen wird die Einstreu regelmäßig nachgestreut oder ausgewechselt. Zwei Drittel der nutzbaren Stallfläche werden mit Gitterrosten aus Kunststoff ausgelegt, durch die der Tierkot auf Entsorgungsbänder oder in Kotgruben fällt, so dass die Hennen weitgehend von ihren Ausscheidungen getrennt werden. In der Bodenhaltung ist die Bildung einer festen Rangordnung aufgrund der Gruppengröße erschwert, so dass es häufig zu Rangordnungskämpfen kommt, die zu Verletzungen der Legehennen führen können. Um für ein gutes Stallklima, gute Hygienebedingungen, gesunde Tiere und optimale Produktqualität zu sorgen, ist daher bei der Bodenhaltung ein hoher Betreuungsaufwand erforderlich.

Kleingruppenhaltung

Die Kleingruppenhaltung ist eine neue, auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und praktischer Erprobungsphasen entwickelte Haltungsform. Die Haltung in der Kleingruppe sieht für Hennen unter 2 kg Gewicht eine Fläche von 800 cm² pro Henne vor und 900 cm² für schwerere Hennen. Die Bedürfnisse der Tiere sind durch ein angemessenes Platzangebot und die Aufteilung des Käfigs in Einstreufläche, Nest und Sitzstangen berücksichtig. Mit einem abgedunkelten Nest zur ungestörten Eiablage, Sitzstangen für erhöhtes Ruhen und Einstreu zum Scharren und Picken bietet die Kleingruppenhaltung den Legehennen ein verhaltens- und tiergerechtes Leben bei einer Gruppengröße von 20 bis 60 Hennen.

schutzes wurde mit der Kleingruppenhaltung ein ausgewogenes Haltungssystem geschaffen. So geht die Kleingruppenhaltung mit einer niedrigen Umweltbelastung, einem niedrigen Infektionsrisiko und einer guten Produktqualität einher.

Niedersachsens Agrarminister Vermutlich zehn Millionen verseuchte Eier verkauft

Hauptinhalt

Millionen Fipronil-Eier wurden schon aus dem Handel genommen. Bisher ging man davon aus, dass hierzulande rund drei Millionen Eier verkauft wurden. Doch Niedersachsens Agrarminister geht von mehr als dem Dreifachen aus.

Nach Angaben von Niedersachsens Agrarministers Christian Meyer sind weitaus mehr mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier in Deutschland verkauft worden als bislang bekannt. Es handele sich mindestens um zehn Millionen und nicht nur um drei Millionen, sagte der Grünen-Politiker am Freitag. Derzeit werde geprüft, ob auch von Hühnerfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgehe. Zudem würden eihaltige Produkte untersucht.

Im niedersächsischen Landkreis Vechta wurden nach Angaben eines Kreissprechers bis Freitagnachmittag 12,1 Millionen Eier bei einem Großhändler zurückgezogen. Davon waren etwa 300.000 an einen Eierproduktehersteller gegangen und auch schon verarbeitet. Die betroffenen Eier wurden in ein Sperrlager gebracht. Wie sie entsorgt werden sollen, steht noch nicht fest.

Auch Betriebe in Deutschland betroffen

Ursprünglich wurde die Fipronil-Belastung von Hühnereiern in Belgien und später in den Niederlanden entdeckt. 138 Betriebe, in denen ein mit Fipronil belastetes Desinfektionsmittel verwendet worden war, wurden dort gesperrt. Von den Niederlanden aus wurden auch Fipronil-Eier nach Deutschland geliefert.

Aldi nimmt Eier aus dem Programm

Die Supermarktkette Aldi kündigte am Freitag an, sämtliche Eier aus dem Verkauf zu nehmen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Eier kämen erst wieder in die Läden, wenn sie negativ auf Fipronil getestet worden seien.

Fipronil Fipronil wird nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Eine Anwendung an Lebensmittel liefernden Tieren ist nicht zulässig. Auslöser des Skandals ist das "saubere" Desinfektionsmittel Dega-16, mit dem Blutläuse bei Geflügel bekämpft werden sollen. Das wurde mit dem giftigen Fipronil gepanscht.

Agrarpolitiker fordern Kennzeichnung

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer forderte auch Konsequenzen vom Bund. Das Insektizid Fipronil müsse in die bundesweiten Lebensmittelkontrollen aufgenommen werden. Stichproben-Kontrollen sollten nicht nur für Eier aus den Niederlanden gelten, sondern auch für die aus Deutschland.

Kennzeichnung von Eiern Seit 2004 müssen in der Europäischen Union produzierte Eier mit einem Code gekennzeichnet sein. Für die meisten Verbraucher am wichtigsten ist für gewöhnlich gleich die erste Zahl, die über die Haltung der Legehennen Auskunft gibt.

DE steht für Deutschland, NL für Niederlande) und eine mehrstellige Betriebs- und Stallnummer. Die ersten beiden Ziffern der Nummer weisen auf das Bundesland hin, aus dem das Ei kommt. Für Niedersachsen steht die Nummer 03.

Befunde in Deutschland unter Grenzwert

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gibt es in Deutschland vorerst keine Befunde für einen möglicherweise gesundheitsschädlichen Gehalt an Fipronil pro Kilogramm Ei. Bisher vorliegende Daten lägen "um einen Faktor zehn unterhalb" des kritischen Werts, bis zu dem eine Gefährdung für Erwachsene wie Kinder unwahrscheinlich sei. Dieser Wert gelte sowohl für lose Eier als auch für verarbeitete Produkte. BfR-Abteilungsleiterin Monika Lahrssen-Wiederholt stellte aber klar, generell gelte: "Fipronil hat in Eiern nichts zu suchen".

Niederländer warnen vor bestimmter Charge

Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium verwies allerdings auf eine Information der niederländischen Überwachungsbehörde NVWA, die drei Listen mit Stempelnummern von Betrieben mit fipromilbelasteten Eiern herausgegeben hat, von denen man auch annehmen müsse, dass sie nach NRW gelangt seien. Die erste Liste umfasst dabei eine Stempelnummer mit Eiern, deren Verzehr laut NVWA eine akute Gefahr für die Gesundheit mit sich bringen könne. Die zweite Liste umfasst Stempelnummern von Eiern, die nicht von Kindern verzehrt werden sollten. Die dritte Liste umfasst hingegen alle Stempelnummern von Eiern, in denen Fipronil nachgewiesen wurde.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 04.08.2017 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. August 2017, 20:57 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Niedersachsen Zahlen-Zank um mit Fipronil belastete Eier in Deutschland

Hauptinhalt

Laut Niedersachsens Agrarminister Meyer ist die Zahl der nach Deutschland gelieferten Fipronil-Eier mit über 35 Millionen mehr als drei Mal so hoch wie angenommen. Das Bundesagrarministerium bleibt aber bei 10,7 Millionen Eiern und warnt vor einer "massiven Überschätzung". Unterdessen ist mit Ungarn ein weiteres EU-Land hinzu gekommen, in dem verseuchte Eier nachgewiesen wurden.

In Deutschland hat es nach Angaben von Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer deutlich mehr Eier gegeben, die mit dem Insektizid Fipronil belastet waren, als bisher angenommen. Der Grünen-Politiker sagte während einer Landtagsdebatte in Hannover, allein in sein Bundesland seien 35,3 Millionen Fipronil-Eier geliefert worden. Das gehe aus Daten des EU-Schnellwarnsystems hervor.

17 Millionen Eier aus Niedersachsen

Laut Meyer wurden außerdem aus Niedersachsen knapp 17 Millionen Eier geliefert, die im Verdacht stehen, mit dem Insektizid belastet zu sein. Dabei handle es sich sowohl um Eier aus Verdachtsbetrieben in den Niederlanden als auch um Eier aus vier niedersächsischen Legehennenbetrieben, in denen Fipronil nachgewiesen wurde. Das Ausmaß des Fipronil-Skandals sei damit größer als vom Bundesagrarministerium behauptet, so der Grünen-Politiker.

Bundesagrarministerium warnt vor "Überschätzung"

Das Ministerium in Berlin hatte zuvor erklärt, es sei davon auszugehen, dass rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden seien.

Zeitpunkt weiter unklar

Unklar bleibt weiterhin auch, wann genau die ersten mit Fipronil belasteten Eier in den Handel gelangt sind. Der niedersächsische CDU-Agrarpolitiker Helmut Dammann-Tamke erklärte bei der Landtagsdebatte in Hannover, dass Fipronil-Eier bereits ab Mai und damit über eine Zeit von zweieinhalb Monaten ausgeliefert wurden. Niedersachsens Agrarminister Meyer hält die Zeitspanne für deutlich zu hoch.

Foodwatch kritisiert Informationspolitik

Mehr Klarheit für die Konsumenten forderte unterdessen die Verbraucherorganisation Foodwatch. "Die Informationspolitik im Fipronil-Skandal ist katastrophal und offenbart: Von einer funktionierenden Rückverfolgbarkeit von Produkten kann keine Rede sein", sagte Foodwatch-Sprecher Dario Sarmadi. Noch immer wüssten die Verbraucher nicht, welche verarbeiteten Produkte mit Fipronil belastet seien.

Neuer Abschnitt

Neues Verfahren aus Dresden misst geringste Mengen Gift

Neues Verfahren aus Dresden misst geringste Mengen Gift

Mit Ungarn nun 17 EU-Länder betroffen

Derzeit sind 17 europäische Länder von dem Fipronil-Skandal betroffen. Am Dienstag kam als neues Land auch Ungarn hinzu. Wie die Behörde für Lebensmittelsicherheit des Landes mitteilte, wurden Tiefkühlgerichte asiatischer Art zurückgerufen, in denen möglicherweise belastete Eier verarbeitet sind. Sie wurden demnach von einer ungarischen Firma aus Deutschland angeliefert.

Verhaftungen in den Niederlanden

Die Fipronil-Belastung bei Eiern war vor zwei Wochen bekannt geworden. Offenbar wurde in den Niederlanden bei der Reinigung von Hühnerställen das Insektizid Fipronil eingesetzt. Inzwischen hat die niederländische Justiz zwei Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Es handelt sich um Mitarbeiter der Stallreinigungsfirma Chickfriend aus der Nähe von Utrecht. Ihnen wird Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und des Besitzes verbotener Stoffe vorgeworfen. Im Visier der Ermittler steht zudem eine belgische Firma, die das Mittel geliefert haben soll.

Neuer Abschnitt

Fragen und Antworten Wie gefährlich sind Fipronil-Eier?

Fragen und Antworten: Wie gefährlich sind Fipronil-Eier?

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 16.08.2017 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2017, 16:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Verrückter geht es nicht mehr! EU will mit 15 Mio. Euro Fleischverzehr ankurbeln – Eier aus Ukraine und Argentinien – Geflügel aus Brasilien und Thailand und demnächst Hormonfleisch aus den USA

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte angekündigt, den Fleischverzehr in der Europäischen Union mit einem Programm über 15 Mio. Euro ankurbeln zu wollen, obwohl das Geschäft mit dem Fleisch boomt, auch mit den Eiern! Auch wenn die deutschen Haushalte weniger Fleisch verzehren, so bedeutet es nicht, dass auch weniger produziert wird. Fakt ist, das Geschäft mit dem Fleisch boomt, und bevor es auf dem Teller des Verbrauchers zum Beispiel als Wurst landet, hat es oft einen sehr langen Weg hinter sich.

Zudem versprach Hogan den Tierhaltern, bei der Erschließung neuer Exportmärkte zu helfen, und er verwies auf Markterkundungsreisen nach Vietnam und Indonesien. Anfang November 2016 in die Türkei sowie auf weitere Fahrten nach Westafrika, Kanada, Iran und den Persischen Golf in der ersten Jahreshälfte von 2017. Mit derselben Intention habe er bereits Mexiko, Kolumbien, China und Japan besucht.

Ja, verrückter geht es nicht mehr: Eier aus der Ukraine und aus Argentinien, Geflügel aus Brasilien und Thailand. Deutschland importiert Eier in die Ukraine und diese verkaufen die Eier nach Indonesien. Rindfleisch aus Argentinien, Paraguay und auch aus den USA, während China Fleisch „Made in Germany“ bevorzugt. Was hier nicht verzehrt wird, geht dann nach Afrika. So exportiert Deutschland Fleisch nach China, bekommt aber Fleisch aus Thailand. Während in Lateinamerika für den intensiven Anbau von Soja für Futtermittel immer mehr Regenwälder und Savannen brandgerodet werden, um die Tiere in Deutschland damit zu füttern, erhalten wir auch Fleisch aus Brasilien und Argentinien.

Der Export landwirtschaftlich produzierter Nahrungsmittel aus der EU hat einen neuen Rekordwert erreicht. Wie die EU-Kommission am Donnerstag, dem 23. 02. 17 in Brüssel bekannt gab, wurden im vergangenen Jahr Agrarprodukte im Wert von 130,7 Milliarden Euro ausgeführt. Größter Abnehmer blieben mit Abstand die USA mit Waren im Wert von 20,6 Milliarden Euro.

Sollten Sie immer noch von Sanktionen gegenüber Russland hören, so werden Sie spätestens jetzt feststellen, dass auch weiterhin nach Russland exportiert wird, denn der wichtigste Exportmarkt war im vergangenen Jahr (2016) nach den USA, China, der Schweiz und Japan genau das Land, welches angeblich nicht beliefert werden darf: Russland. Die EU importierte Lebensmittel aus der Agrarbranche für 111,9 Milliarden Euro.

2015 exportierte Deutschland insgesamt 2,9 Millionen Tonnen Schweinefleisch und Importierte ca. 2,3 Millionen Tonnen Fleisch ohne Geflügelfleisch. Damit das Fleisch für den Export auch billig ist, erhielten die Schlacht- und Molkereiunternehmen in Deutschland fast zwei Millionen Euro an EU-Agrarsubventionen.

Schon jetzt ist Deutschland nach den USA und den Niederlanden der drittgrößte Agrarexporteur der Welt. Die wichtigsten Drittländer sind über die ganze Welt verstreut. Von der Schweiz über China, die USA bis hin zu Japan und Saudi-Arabien. Dafür erhalten wir dann Lebensmittel auch aus China. Siehe: Sie sind von allen guten Geistern verlassen – Lebensmittel aus China, verdorben, gefährlich und hochbelastet auf Ihrem Teller!

Trotz der angespannten Haushaltslage und diverser Krisen hat die Europäische Kommission in den vergangenen zwei Jahren bereits Hilfen in Höhe von insgesamt über 1 Mrd. Euro für die Landwirte in der EU mobilisiert. Die neuen Stützungsmaßnahmen ergänzen insbesondere das 500 Mio. Euro schwere Hilfspaket, das die Kommission im vergangenen September auf den Weg gebracht hat.

Zur Erinnerung: Die gesamten Zahlungen der Europäischen Union für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum lagen 2015 bei 56,48 Milliarden Euro. Das waren etwa 40 Prozent aller EU-Ausgaben, aber anscheinend reicht das noch nicht. Wenn man aber bedenkt, dass Länder wie China oder Saudi Arabien ihre erhaltenen Waren gar nicht bezahlen, wird einem schlecht. Denn diese Waren sind mit Hermesbürgschaften abgesichert, so dass letztendlich wir dafür bezahlen müssen.

Spricht man von Massentierhaltungen, so denken die Verbraucher eher an Fleisch, doch auch Ei ist ein tierisches Produkt und kommt aus der Massentierhaltung. Zwar wurde 2010 die Käfighaltung in Deutschland verboten, das bedeutet nicht, dass sie deshalb komplett aus der Massentierhaltung von Hühnern verschwunden ist.

Eier aus der Ukraine und aus Argentinien, Geflügel aus Brasilien und Thailand. Deutschland importiert Eier in die Ukraine und diese verkauft Eier wiederum nach Indonesien.

Der Einsatz von Eiern in der Verarbeitung ist gewachsen, weil vegetarische Fleischersatzprodukte zunehmend gefragt sind. Diese bestehen oft zu einem erheblichen Teil aus Eiern oder Eiprodukten. Nun will der Verbraucher etwas Gutes tun, indem dieser auf Fleischprodukte verzichtet und bekommt jetzt im Gegenzug Eier aus Massentierhaltung aus Ländern, in denen Käfighaltung erlaubt ist.

Nicht nur Fleisch wird durch die Welt gekarrt, sondern auch Eier. In Deutschland wurden 2015 in Betrieben mit mehr als 3000 Legehennen etwa 870 000 t Eier produziert. 112 Betriebe haben immer noch Käfighaltung. In der EU wurden 2015 7,58 Mio. t Eier, also etwa 11 % der Welterzeugung, produziert.

Eier aus Ukraine und Argentinien

War Ihnen bekannt, dass Deutschland Eier aus Drittländern importiert? Der Import aus Drittländern stieg 2015 um 38 % auf 18 900 t. Hauptlieferanten waren erstmals die Ukraine (47 %), die wegen des Konfliktes mit Russland Zollvergünstigungen von der EU erhielt, und Argentinien (22 %).

Das Ei – einmal um die ganze Welt

Weltweit werden etwa 2 % der Produktion an Frischeiern und Eiprodukten gehandelt. Darin ist der Intra-Handel innerhalb der Europäischen Gemeinschaft nicht enthalten, wo große Mengen zwischen den einzelnen Mitgliedern vermarktet werden. Die bedeutendsten Exporteure in 2013 waren die USA (190 000 t), die EU (80 000 t Drittlandexporte), Malaysia (77 000 t) und China (75 000 t). Die größten Importeure waren Japan, die Schweiz, die USA, Saudi Arabien und China mit Hongkong

Beispiel aus der Ukraine:

Größte Importeure von Schaleneiern aus der Ukraine waren die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit einem Anteil von mehr als 48 %, gefolgt vom Irak mit 30 % und Katar mit gut 8 %. Bei den Eiern ohne Schale führte Dänemark die Bezugsliste mit einem Anteil von 61,5 % klar an; es folgten Indonesien mit etwa 8 % und Ägypten mit gut 6 %.

Die ukrainischen Schaleneierimporte erreichten bis einschließlich Mai in diesem Jahr einen Wert von 11 Mio $ (9,7 Mio Euro). Der größte Lieferant war hier Deutschland mit einem Anteil von gut einem Drittel an den Gesamteinfuhren. Quelle TOP Agrar

Viele Verbraucher wollen keine Produkte aus Massentierhaltungen, doch ungewollt erhalten die Verbraucher es dann doch, in Form von verarbeitetem Fleisch oder Eier. Schon lange fordern Verbraucherschützer auch hier eine Kennzeichnungspflicht, doch vergebens. Beispiel Eier:

2015 lieferte die Ukraine nach Angaben der EU-Kommission bereits 3560 Tonnen Eier und Eiprodukte in die Europäische Union. Die Mengen von dort dürften nach Abschluss des Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der EU weiter steigen. In der Ukraine werden Eier ausschließlich von Legehennen in konventioneller Käfighaltung erzeugt. Da der Ursprung der Eiprodukte aus der Ukraine nicht ersichtlich ist, werden europäische Tierschutzstandards unterlaufen und die Verbraucher getäuscht. Die Eiprodukte aus der Ukraine können auf Grund der fehlenden Tierschutzstandards deutlich preiswerter angeboten werden und verdrängen somit die nach strengen Tierschutzanforderungen erzeugte heimische Ware, so der Bundesverband der Deutschen Eiprodukten- Industrie e. V., Bonn. Mitgliedsunternehmen hatten festgestellt, dass Eiprodukte mit Ursprung Ukraine ohne Kenntlichmachung des Herkunftslandes von einem Fachgroßhändler aus NRW in Deutschland angeboten werden.

Problematisch ist der Preisdruck durch die ausländischen Eier, die vielerorts nur „am Papier“ nicht mehr in Käfighaltung gelegt werden. Das Problem: Eier die in Produkten wie Nudeln, Saucen und Keksen verarbeitet werden müssen nicht gekennzeichnet werden.
Ein Huhn legt im Jahr durch­schnitt­lich 293 Eier
Im Jahr 2014 wurden insgesamt 11,5 Milliarden Eier von rund 39,5 Millionen Legehennen gelegt

Mehr als ein Drittel der Eier wurde von Legehennen in Niedersachsen gelegt: Mit 4,3 Milliarden Eiern beziehungsweise 37,4 % lag dieses Bundesland damit auf Platz eins der Erzeugerländer. Danach folgten Nordrhein-Westfalen mit 1,3 Milliarden (10,9 %) und Bayern mit 1,2 Milliarden (10, 6 %) Eiern.

  • Die Schattenseiten der Eierproduktion: Zur Eierproduktion wurden spezielle sogenannte Hybriden herangezüchtet, bei denen Merkmale wie eine hohe Legeleistung und ein hohes Eigewicht (zuungunsten anderer Merkmale) vorangetrieben wurden. Diese Legehybriden werden in Deutschland unter rein sachlichen Bezeichnungen wie »Lohmann LSL Classic« (für weiße Eier) und »Lohmann Brown Classic« (für braune Eier) vom Zuchtunternehmen »Lohmann Tierzucht« verkauft.
  • Eine weitere Schattenseite der einseitigen, noch vielen Verbrauchern unbekannten Zucht auf Legeleistung, ist die Tötung der männlichen Legehybrid-Hühner: Da diese Tiere weder Eier legen können, noch das schnelle Wachstum der Mastrassen aufweisen, sind sie aus ökonomischer Sicht wertlos. Noch am Tag des Schlüpfens werden die männlichen Küken bei lebendigem Leib mit einem Homogenisator (einer Maschine mit schnell rotierenden Messern) zerstückelt oder mit Kohlendioxid (CO2) vergast, wobei sie einen mindestens 60 Sekunden langen Erstickungstod sterben. So ergeht es allein in Deutschland jährlich 48 Millionen Küken.**
  • Im September 2015 sprach sich der Bundesrat mit einem Verbotsantrag zur Kükentötung für eine solche Änderung des Tierschutzgesetzes aus, eine Forderung die zwei Monate später von der Bundesregierung abgelehnt wurde. Quelle Albert Schweitzer Stiftung

Geflügelfleisch – reist um die Welt

Auch hier verhält es sich nicht anders. Allein aus Brasilien bezog Deutschland 7769 t Fleisch (plus 29 %). Aus Brasilien wurden zudem noch 23 935 t an Zubereitungen und 12 325 t gesalzenes Geflügelfleisch bezogen. Auch die Lieferungen aus der Ukraine wuchsen, und zwar um 16 % auf 5438 t.

Nirgendwo auf der Welt wächst die Fleischproduktion schneller als in Brasilien. Die Geflügelindustrie des Landes beschäftigt rund fünf Prozent aller Arbeiter*innen direkt oder indirekt. Kein Land der Welt exportiert mehr Geflügelfleisch, heute kommt fast ein Drittel des weltweit gehandelten Fleischs aus Brasilien. Siehe: Edeka, Rewe, Lidl und Aldi verkaufen Chicken Nuggets aus Fleisch, das in Brasilien unter sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen produziert wird

Dem Fleisch sieht man seine Herkunft nicht an – Hormonfleich aus den USA

Nicht nur, dass die EU Fleisch exportiert, sie importiert auch Fleisch. Wichtigstes Einfuhrgut ist Geflügelfleisch und zwar aus Brasilien und Thailand. Dagegen ist „Made in Germany“ sehr gefragt, insbesondere in asiatischen Ländern. Daran sehen Sie, dass Sie nicht sicher sein können, woher Ihr Fleisch kommt. Würden Sie Geflügel essen, wenn Sie wüssten, dass es aus Thailand kommt oder Rindfleisch aus den USA? Wir haben Ihnen anhand von Eiern und Geflügelfleisch erläutert, dass diese Produkte durch die ganze Welt hin und her geschoben werden.

Was aber, wenn Donald Trump sich durchsetzt, der verlangt, dass das Verbot von Hormonfleich aufgehoben wird?

Die USA drohen mit Strafzöllen gegen Agrarerzeugnisse aus der EU. Ein Abkommen zur Lösung des Hormonstreites auf dem Rindfleischmarkt kündigen die US-Amerikaner einseitig auf. Ob es tatsächlich zu Strafzöllen in Höhe von 116 Mio. Dollar komme, habe man in Washington noch nicht entschieden, berichtete John Clarke von der EU-Kommission. Bisher sorgte ein EU-Einfuhrkontingent über 45 000 t hormonfreies Rindfleisch für Frieden im Hormonstreit.

Alles, was der Verbraucher nicht will, wird durch die Welt gekarrt. So landen die Hähnchenteile in Afrika und Schweineohren in China. Doch für diese Schweineohren von dem Schlacht- und Zerlegekonzern Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück ist erst mal Schluss. Er darf die Schwarten, Pfoten und Ohren vom Schwein nicht mehr nach China liefern.

Tönnies-Sprecher Markus Eicher erläuterte dem WDR am Samstag (18. 02. 2017), dass bei einer Lieferung durch einen technischen Defekt am Kühlsystem eines Containers Fleisch auf dem Transportweg verdorben gewesen sei. Dies hätten auch die chinesischen Behörden bestätigt. Tönnies hätte das Fleisch ordnungsgemäß verschickt. In anderen Fällen hätte die Deklaration nicht gestimmt oder die Plomben eines Fleischcontainers hätten nicht zum Gesundheitszertifikat gepasst.

Wir möchten nicht wissen, wo die Schwarten, Pfoten und Ohren der Schweine jetzt landen, die eigentlich für China vorgesehen waren. Wir hatten lange keinen Fleischskandal mehr, jedenfalls war keiner bekanntgeworden.

Der Weg des Fleisches ist sehr verschlungen: Erzeuger, Schlachthöfe, Zwischenhändler, Lieferanten und Verkäufer sorgen dafür, dass man diesen Weg kaum noch zurückverfolgen kann.

Im Jahr 2015 exportierte die Europäische Union insgesamt rund 303 000 Tonnen Rindfleisch. Aber auch hier gilt: Die Europäische Union importiert auch Rindfleisch. So kann seit 2015 Paraguay wieder Rindfleisch in die Europäische Union liefern. Daraufhin wurde gleich der erste Container mit einer Ladung von etwa 12 Tonnen gefrorenem Rindfleisch verladen und in Richtung Europa versandt. Wichtiger Lieferant für Rindfleisch in die EU ist übrigens Argentinien.

Durch dieses Hin und Her weiß am Ende keiner mehr, wo welches Fleisch landet.

Wie viele Tiere stecken in einer 500-Gramm-Packung Gemisch von Rind- und Schweinefleisch von Aldi? Wo kommen sie her? Die Wahrheit über die Fleischspezialitäten von Aldi Nord und Lidl brachte die bittere Wahrheit in Deutschland ans Licht. Fleischspuren von 150 Schweinen und 60 Rindern, also von insgesamt 210 (!) Tieren stecken in einer einzigen 500-Gramm-Packung Hackfleisch. Auch die Rückverfolgbarkeit sorgt für Unklarheiten: Obwohl in Deutschland mit dem 1. April 2015 eine neue Transparenzverordnung erlassen wurde, lässt sich die Herkunft des Tieres nicht einwandfrei ermitteln. Zwar werden der Ort der Schlachtung und der Mast angeführt, der Geburtsort des Tieres allerdings nicht. Lesen Sie dazu: Weit mehr als nur Gammelfleisch – Woher kommt unser täglich Fleisch?

Fleisch aus Deutschland – weltweit gefragt – während Billigfleisch aus anderen Ländern importiert wird – verrückter geht es nicht mehr!

Netzfrau Doro Schreier

Ähnliche Beiträge:

  • Veröffentlicht in: Agrar, Ernährung, Ukraine
  • Schlagwort: Afrika, Agrarindustrie, China, Clemens Tönnies, EU-Kommission, Folgen, Gammelfleisch, Import Export, Massentierhaltung, Münsterland, Putenmast, Sarah WIener, Skandal-Fleisch, Tönnies, Video

12 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

Sehr guter Beitrag – ich bin immer wieder begeistert von Euren Beiträgen!! LG Freija

  • Ann Haglund
  • Antworten
  • 05.03.17 @ 11:58

Bin sprachlos! Gier regiert die Welt. Das soll ein Ende bekommen.

  • Johann Trenker
  • Antworten
  • 06.03.17 @ 09:21

Kein Fleisch Fressen ist die EINZIGE Lösung!

Direkt bei den Bauern kaufen. Aber viele Bauern verkaufen ihre Waren doppelt und dreifach teurer als in teuren Supermärkten üblich, das ist nicht fair von den Leuten 50 cents pro Ei und 2 Euro pro Liter Milch zu nehmen. Es gibt auch andere Bauern die fairere Preise haben, wir kaufen bei einem Bauern für 60 Cents pro Liter Milch. Billigfleisch aus Ausland einfach nicht kaufen. Kekse, Nudeln, Suppenpulver nur vegan kaufen damit keine Billig Ei und kein Billig-Milchpulver drin ist. Und mit D-Exit drohen.

  • Flüchtlingsstromzahlerableseterminkalenderblattschredder
  • Antworten
  • 08.03.17 @ 01:47

„Wir möchten nicht wissen, wo die Schwarten, Pfoten und Ohren der Schweine jetzt landen, die eigentlich für China vorgesehen waren. Wir hatten lange keinen Fleischskandal mehr, jedenfalls war keiner bekanntgeworden.“

… na in Sau’di-Moralien, Kutter, LIEBHERR’non, ISreal, Dürkschlaaand, Määhgypten, Kuhweid natürlich, … nä-wahr?

Aus Schwarten, Pfoten, Ohren, … kann man doch bestenfalls Sülze / Aspik, Geliermittel machen.

Ach, bevor ich es vergesse:

Der ehemalige württembergische Vorsitzende des sogenanntrn „Bauern-Verbandes“ und spätere Vorsitzende des gesamtDeutschen „Bauern-Verbandes“ hat sich beim Thema „grüne Gentechnik“ unrühmlich hervorgetan!

Zudem kassiert er sogenannte „Förder-stipendien“ (totz Alter von über 55 J.) von verkappten Stiftungen diverser GMO-Konzerne.

Unter Anderem mehrfach nachzulesen bei der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft AbL.

Industrie und Politik werden nichts ändern. Nur wir Verbraucher können es ändern! KAUFT DIESEN MIST NICHT MEHR! Der Mensch braucht kein Fleisch für seine Ernährung!

  • Bernd Buss
  • Antworten
  • 15.04.17 @ 13:48

Mit Veganer Nahrung läuft es nicht besser………

In Deutschland werden die Eier teurer

Infolge des Fipronil-Skandals rechnet die deutsche Regierung mit steigenen Eierpreisen. Deutschland importiert 70 Prozent der Eier aus den Niederlanden.

Berlin. Die deutsche Bundesregierung rechnet mit deutlich spürbaren Folgen des Fipronil-Skandals für die Eierpreise. Mehr als 70 Prozent der nach Deutschland eingeführten Eier stammten aus den Niederlanden, heißt es in einem Bericht des Bundesagrarministeriums an den Agrarausschuss des Bundestags.

"Das vorliegende Ereignis dürfte somit gravierende Auswirkungen auf den Eiermarkt und den Eierpreis nach sich ziehen", hieß es. Offen sei, ob andere Länder wie Polen oder die Ukraine dies auffangen könnten. Die Niederlande stehen im Zentrum des Skandals um mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier. Weil derzeit niederländische Eier in Deutschland nicht mehr verkauft werden, sind die Preise laut Marktinfo Eier und Geflügel im Großhandel jüngst gestiegen.

Das Bundesagrarministerium beklagt in seinem Bericht langsame Informationsflüsse nicht nur zwischen den EU-Ländern, sondern auch aus den Bundesländern, die in Deutschland für die Lebensmittelkontrolle zuständig sind. Besonders aus dem hauptbetroffenen Niedersachsen könnten die Informationen "rascher und zuverlässiger fließen".

Nach dem Wissensstand vom vergangenen Dienstag seien 127 Betriebe in Deutschland betroffen, darunter vor allem Verpackungsbetriebe und Zwischenhändler. Das Reinigungsmittel "Dega 16", das als Auslöser des Fipronil-Skandals gilt, sei nach jetzigem Kenntnisstand in vier Legehennenbetrieben und einem Junghennen-Aufzuchtbetrieb in Niedersachsen sowie zwei Geflügelzuchtbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt worden.

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Millionenschaden durch Fipronil-Skandal

Alleine die deutsche Geflügelbranche geht von einem Millionenschaden durch den Fipronil-Skandal aus. Bislang sind 18 Länder betroffen - darunter befindet sich Österreich.

In Deutschland werden die Eier teurer

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.

Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Um einen bedenklichen Kommentar zu melden, müssen Sie angemeldet sein.

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.

Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.

Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Um einen bedenklichen Kommentar zu melden, müssen Sie angemeldet sein.

Insektizid Fipronil Aldi nimmt alle Eier aus dem Sortiment

Stand: 04.08.2017 11:11 Uhr

Aldi Nord und Aldi Süd verkaufen deutschlandweit zunächst keine Eier mehr. Dies sei als Vorsichtsmaßnahme gedacht, teilten die Unternehmen mit. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer sagt, der Höhepunkt des Gifteier-Skandals sei noch nicht erreicht.

Im Skandal um giftbelastete Eier nehmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Wie die Unternehmensgruppen mitteilten, handele sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme", es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung.

Von sofort an dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien. Die Unternehmen teilten mit, das Vorgehen werde möglicherweise dazu führen, dass es zu Engpässen bei der Versorgung mit Eiern kommt. Die Unternehmensgruppen begründeten ihr Vorgehen den Angaben zufolge damit, dass sie "Klarheit und Transparenz" bei ihren Kunden herstellen wollten.

Mehr zum Thema

Edeka sieht keinen Grund für Verkaufsstopp

Schon seit Anfang der Woche beziehe Aldi keine Eier mehr aus gesperrten niederländischen Betrieben. Zudem seien in den vergangenen Tagen in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs- und Bio-Eier vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, die geringe Gehalte an Fipronil aufwiesen, wie es weiter hieß. Kunden, die Eier bei Aldi gekauft haben, könnten diese ohne Vorlage des Kassenbons in allen Filialen zurückgeben, der Verkaufspreis werde vollständig erstattet.

Andere Lebensmittelhändler sehen bislang keinen Grund für einen Verkaufsstopp von Eiern. Die Edeka-Zentrale in Hamburg teilte mit, dass die Eier der Eigenmarken ausschließlich aus Deutschland stammten. "Bislang liegen uns hier keine Nachweise von Fipronil vor." Es gebe aber einen "engen Austausch" mit Lieferanten und den zuständigen Behörden. Sollte sich herausstellen, dass Eier aus belasteten Chargen auch an Edeka geliefert worden seien, würde diese "unverzüglich" aus dem Verkauf genommen.

Auch die Rewe-Kette will erst einmal abwarten. Derzeit sehe man "keine Veranlassung" für einen kompletten Verkaufsstopp, hieß es von einem Unternehmenssprecher: "Sollten wir im Sinne unserer Kunden zu der Erkenntnis kommen, dass weitergehende Schritte notwendig werden, so werden wir entsprechend reagieren."

tagesschau 14:00 Uhr, 04.08.2017, Anna Buch und Christoph Hamann, NDR

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.

Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.

Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten

Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Supermärkte in den Niederlanden räumen Regale

Aus den niederländischen Supermärkten sind nach Angaben des Handels alle mit dem Insektizid belasteten Eier entfernt worden. Das erklärte ein Sprecher des Verbandes des Lebensmittelhandels im niederländischen Radio. Bis zur Öffnung der Geschäfte am Morgen seien die Regale geräumt worden.

Das Insektizid Fipronil wird nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Demnach besteht durch den Verzehr der belasteten Hühnereier aber "keine konkrete" Gesundheitsgefährdung. "Für die besonders empfindliche Verbrauchergruppe Kinder ist ein gesundheitliches Risiko nicht völlig auszuschließen", teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Im Auftrag der niederländischen Lebensmittelbehörde werden hier rund eine Million Eier aus einem der betroffenen Betriebe vernichtet.

Zwölf Bundesländer betroffenen

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministers Christian Meyer wurden weitaus mehr belastete Eier aus den Niederlanden in Deutschland verkauft als bislang bekannt. Nach neuesten Informationen handele es sich nicht nur um drei Millionen, sondern um zehn Millionen Eier, sagte der Grünen-Politiker im ZDF. Der Höhepunkt des Gifteier-Skandals sei noch nicht erreicht. Bislang gebe es zwar keine Hinweise, dass auch von Hühnerfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgehe. "Aber wir untersuchen auch das jetzt." Produkte, in denen Eier verarbeitet wurden, würden ebenfalls unter die Lupe genommen.

Gestern Abend hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin mitgeteilt, dass mittlerweile von zwölf betroffenen Bundesländern auszugehen sei. Eine Schlüsselrolle hätten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Lage sei "unter Kontrolle", es gebe aber "noch keine Entwarnung", so der CSU-Politiker. Vorerst nicht betroffen waren laut Bundesministerium die vier Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Zur besseren Kontrollen von Lebensmitteln

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer fordert nun Konsequenzen auch beim Bund. Das Insektizid Fipronil müsse in das bundesweite Rückstandsmonitoring für Lebensmittelkontrollen aufgenommen werden. "Wir haben schon Anfang der Woche dazu aufgefordert, Fipronil aufzunehmen und dass alle Bundesländer und Landkreise regelmäßig eine Zahl von Stichproben machen sollen von Eiern, die im Verkauf sind", sagte Meyer der dpa. Das sollte nicht nur für Eier aus den Niederlanden gelten, sondern auch für Eier aus Deutschland. "Wenn wir was finden, wird gesperrt, gewarnt und zurückgerufen."

Meyer sagte darüber hinaus, es sei davon auszugehen, dass auch in verarbeiteten Produkten mit Fipronil belastete Eier verarbeitet worden seien, etwa in Kuchen oder Nudeln. Er habe angewiesen, dass die kommunalen Lebensaufsichtsbehörden auch stichprobenartig in den Supermärkten Proben nehmen. Das laufe aber erst an. "Aber man muss dem nachgehen. Wenn es eine hohe Belastung gibt, besteht möglicherweise auch hier eine Gesundheitsgefahr", sagte der Minister. Allerdings lasse sich aufgrund der Produkte nicht herausfinden, wo die verwendeten Eier hergekommen seien - anders als bei losen Eiern, bei denen eine eindeutige Identifizierungsnummer aufgedruckt sei.

Mehr kontaminierte Eier im Verkauf als gedacht

S. Hesse, ARD Berlin

04.08.2017 10:21 Uhr

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. August 2017 um 09:00 Uhr.

_v-teaserRelaunch.jpg" />

Werner Eckert, SWR, zu dem Eier-Skandal

tagesschau 12:00 Uhr, 04.08.2017 | video

10 Bio-Eier aus Deutschland - Königshofer

Barcode: 4021851185445 (EAN / EAN-13)

Product characteristics

Common name: 10 frische Bio-Eier

Origin of ingredients: Deutschland

Manufacturing or processing places: Deutschland

Link to the product page on the official site of the producer: http://www.koenigshofer.de/produkte/eier.

Countries where sold: Germany

Ingredients

Ingredients

→ Ingredients are listed in order of importance (quantity).

Ingredients

Nutrition facts

Comparison to average values of products in the same category:

→ Please note: for each nutriment, the average is computed for products for which the nutriment quantity is known, not on all products of the category.

Product added on December 11, 2015 at 11:51:20 AM CET by twoflower.

Last edit of product page on January 12, 2017 at 5:08:11 PM CET by date-limite-app.

Open Food Facts

A collaborative, free and open database of food products from around the world.

Nordrhein-Westfalen: Mit Insektizid belastete Eier nach Deutschland gelangt

Geflügelbetriebe in Holland Offenbar Millionen belastete Eier nach Deutschland gelangt

NRW hat Hunderttausende mit einem Insektizid belastete Eier aus Belgien und den Niederlanden zurückgerufen. Die Eier gelangten auch nach Niedersachsen. Experten warnen vor einem Verzehr durch Kinder.

Eier auf einem niederländischen Bauernhof

Aus Belgien und den Niederlanden könnten deutlich mehr mit Fipronil belastete Eier nach Deutschland gelangt sein als zunächst angenommen worden war. In Nordrhein-Westfalen wurden jetzt fast 900.000 Eier zurückgerufen, nachdem in einer Packstelle im Kreis Borken mit dem Insektizid belastete Eier gefunden worden waren. Das Bundesland prüft nun, ob auch andere Packstellen Eier mit Fipronil erhalten haben könnten.

Über dieselbe Packstelle in Nordrhein-Westfalen gelangten laut dem Landwirtschaftsministerium in Hannover 1,3 Millionen belastete Eier auch nach Niedersachsen. Das Ministerium empfahl die Rückgabe der Eier, die in den Handel gelangt und verkauft worden sind.

Fipronil wird zur Bekämpfung von Flöhen, Läusen, Schaben, Zecken und Milben eingesetzt. Es ist in Lebensmitteln nicht zugelassen. Ob neben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auch weitere Bundesländer betroffen sind, ist bisher nicht bekannt.

"Wir haben ein entsprechendes Monitoring-Programm aufgesetzt", sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Nach dem Rückruf der belasteten Chargen aus Belgien und den Niederlanden rechne er nicht damit, dass weitere Eier dieser Ladungen in den Regalen zu finden sind.

Bundesinstitut warnt vor Verzehr durch Kinder

Auch die niederländischen Behörden riefen mehrere Millionen verseuchte Eier aus Supermärkten zurück. Sie enthielten eine zu hohe Dosis Fipronil. Das Mittel kann in hoher Dosis Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen, sagte eine Sprecherin der niederländischen Lebensmittelaufsichtsbehörde NVWA.

Das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium betont jedoch, dass bei den nach NRW gelangten Eiern kein Gesundheitsrisiko bestehe. In ihnen wurde nur eine geringe Menge Fipronil (maximal 0,11 mg/kg) nachgewiesen. Daher ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung bei normalem Verzehr nicht von einer Gefahr für die Gesundheit auszugehen. Bedenklich werde es erst ab einem Gehalt von 0,72 mg/kg Ei. Kinder sollten die Eier jedoch nicht essen, warnte das Institut.

In der vergangenen Woche war das Insektizid in den Eiern von sieben niederländischen Geflügelbetrieben gefunden worden. Ein Unternehmen hatte es benutzt, um Läuse auf den Höfen zu bekämpfen. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Daraufhin waren alle 180 Kunden des Schädlingsbekämpfungsunternehmens kontrolliert worden.

Nordrhein-Westfalen

Alle Rechte vorbehalten

Serviceangebote von SPIEGEL-ONLINE-Partnern

FINANZEN

SPIEGEL GRUPPE

DER SPIEGEL

Dein SPIEGEL

SPIEGEL WISSEN

SPIEGEL BIOGRAFIE

SPIEGEL GESCHICHTE

LITERATUR SPIEGEL

Edition Geschichte

SPIEGEL SPEZIAL

Edition Wissen

UNI SPIEGEL

Bitte deaktivieren Sie Ihren Adblocker!

So schalten Sie Ihren Adblocker auf SPIEGEL ONLINE aus.

  • Klicken Sie auf das Adblocker-Zeichen in Ihrem Browser oder öffnen Sie in den Einstellungen den Bereich für Erweiterungen / Addons.
  • Wählen Sie die Option „Deaktivieren auf: spiegel.de“ (oder ähnlich), um eine Ausnahme hinzuzufügen. Vielen Dank!
  • Seite neu laden

Sie haben gar keinen Adblocker oder bereits eine Ausnahme hinzugefügt?

Welche Bedeutung Werbung für SPIEGEL ONLINE hat, was wir für Ihre Sicherheit im Netz tun, wie unsere Redaktion arbeitet – Fragen und Antworten finden Sie hier.

Verseuchte Eier auch in Brandenburg – Aldi nimmt alle Eier aus dem Sortiment

Vorsicht bei Eiern mit NL-Kennzeichnung! Mit dem Insektizid Fipronil verseuchte Eier aus den Niederlanden sind nun auch im Land Brandenburg aufgetaucht. Die betroffene Handelskette hat die belasteten Eier inzwischen aus dem Verkauf genommen. Aldi will sogar alle Eier aus dem Sortiment nehmen.

Potsdam. Auch in Brandenburg sind mit dem Insektizid Fipronil verseuchte Eier aus den Niederlanden aufgetaucht. Eine Handelskette habe ihre Filialen mit belasteten Eiern beliefert, sagte ein Sprecher des Potsdamer Verbraucherschutzministeriums am Donnerstag.

Rewe und Penny betroffen

Der betroffene Lebensmittelhändler Rewe und seine Discounttochter Penny nahmen alle Eier mit NL-Printnummern aus den Niederlanden nach eigenen Angaben bereits am Mittwoch vorsorglich aus dem Verkauf. Auch Lidl und Aldi nahmen Eier aus den Niederlanden aus den Regalen. Edeka sieht dazu keine Veranlassung: Man betreibe nur Eier aus Deutschland.

Aldi zieht die Notbremse

Im Skandal um giftbelastete Eier nehmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Das teilten die Unternehmensgruppen am Freitag mit. Es handele sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung.

Von sofort an dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien. Die Unternehmen teilten mit, das Vorgehen werde möglicherweise dazu führen, dass es zu Engpässen bei der Versorgung mit Eiern kommt.

Die Unternehmensgruppen begründeten ihr Vorgehen den Angaben zufolge damit, dass sie „Klarheit und Transparenz“ bei ihren Kunden herstellen wollten. Schon seit Anfang der Woche beziehe Aldi keine Eier mehr aus gesperrten niederländischen Betrieben. Zudem seien in den vergangenen Tagen in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs- und Bio-Eier vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, wie es weiter hieß.

Vor dem Verzehr kontrollieren!

Eier sollten vor dem Verzehr auf ihre Herkunft überprüft werden, ob sie die Kennung NL tragen, hieß es. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz sind Eier mit folgenden Printnummern verseucht:

0-NL-4310001, 1-NL-4167902, 1-NL-4385701, 1-NL-4339301, 1-NL-4339912, 2-NL- 4385702, 1-NL-4331901, 2-NL-4332601, 2-NL-4332602, 1-NL-4359801.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg weist darauf hin, dass man die Eier „zum Händler zurückbringen“ solle. Dort erhalte man Ersatz oder das Geld zurück. Die Vorlage des Kassenzettels sei nicht erforderlich.

Zentrallager wird überprüft

Ein im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ansässiges Zentrallager werde derzeit durch die Lebensmittelüberwachungsbehörde kontrolliert, sagte der Ministeriumssprecher. Später seien stichprobenartige Untersuchungen in Filialen geplant.

Verkauf von Fipronil-Eiern inzwischen gestoppt

Der Verkauf von insektizidbelasteten Eiern aus den Niederlanden und Belgien ist nach Angaben der EU inzwischen gestoppt. Lebensmittelkontrolleure hatten Dutzende Hühnerhöfe in den Niederlanden und Belgien kontrolliert, um zu prüfen, ob das gegen Zecken und Flöhe eingesetzte Insektengift Fipronil in die Eier geraten ist. Es darf nicht bei Tieren eingesetzt werden, die Teil der menschlichen Nahrungskette sind.

Eier aus deutschland

Auch Eier aus Deutschland sind mit Fipronil belastet

Verbraucherschutzminister Meyer: Verantwortliche für Giftpanscherei zur Rechenschaft ziehen – Weitere Warnung vor Insektengift-Eier im Handel

HANNOVER. Auch Legehennenbetriebe in Niedersachsen sind von der illegalen Mixtur des Milbenbekämpfungsmittels „Dega16" mit dem Insektizid Fipronil betroffen: Ein Betrieb in der Grafschaft Bentheim hatte nach Kenntnis der Vorgänge in Belgien und den Niederlanden sich bei Behörden gemeldet. Daraufhin wurde eine Untersuchung von Eiern veranlasst. Der Befund ist positiv. Die Printnummer der Eier lautet 1-DE-0357731 und ist auch auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht. Das niedersächsische Agrarministerium empfiehlt - wie zuvor bei anderen belasteten Eiern aus den Niederlanden - die Rückgabe der Eier und rät vom Verzehr ab.

„Das Verhalten des Legehennenhalters ist vorbildlich", sagte Verbraucherschutzminister Christian Meyer. „Die Landwirte und die Verbraucher sind die Leidtragenden dieses Eier-Skandals. Nach aktueller Erkenntnis befinden sich die Verursacher dieser verantwortungslosen Panscherei in Belgien oder den Niederlanden", so der Minister weiter. „Wer auch immer bewusst oder fahrlässig Mittel zur Schädlingsbekämpfung bei der Lebensmittelherstellung von Eiern und Fleisch verwendet hat, muss unnachgiebig zur Rechenschaft gezogen werden. Mit den belasteten Eiern wird eine Gesundheitsgefährdung insbesondere von Kindern billigend in Kauf genommen."

Meyer kritisierte überdies das Bundeslandwirtschaftsministerium und dazugehörige Behörden „wegen irreführender Behauptungen zu Gesundheitsgefahren". Die Argumentation, für Kinder gehe - bei einem Durchschnittskonsum in Deutschland - selbst bei den in Belgien festgestellten Höchstwerten von mit Fipronil belasteten Eiern keine Gesundheitsgefahr aus, „verharmlost das Problem". Wenn etwa ein Kind in Niedersachsen mehr Eier esse als die durchschnittlich in Deutschland verzehrten 0,6 Eier pro Tag, „dann ist die tägliche Aufnahmedosis dieses Giftes bereits überschritten". Daher bleibt es dabei: „Bei diesem toxischen Stoff gilt die Nulltoleranz. Er hat in Lebensmitteln nichts zu suchen."

Derzeit sind - wie das niedersächsische Agrarministerium bereits am Montag dieser Woche gemeldet hat - etwa 1,3 Millionen potenziell mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier von den Niederlanden über eine Packstelle in Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen gelangt, bereits im Handel und verkauft. Die entsprechenden Chargen der Eier tragen die Stempelaufdrucke 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001. Des Weiteren wurde das Ministerium von einem großen Vermarkter im Landkreis Vechta über weitere im Handel in Deutschland befindliche belastete Eier informiert. Der Vermarkter hatte auf Eigeninitiative Eier testen lassen, die aus den Niederlanden stammten. Das Ergebnis: Es wurden in acht von neun Fällen mit Fipronil belastete Eier entdeckt. Daher werden auch diese zurückgerufen. Sie tragen folgende Stempelnummern: 0-NL-4310001, 1-NL-4167902, 1-NL-4385701, 1-NL-4339301, 1-NL-4339912, 2-NL-4385702, 1-NL-4331901, 2-NL-4332601, 2-NL-4332602, 1-NL-4359801. Agrarminister Meyer sagte, „dass für Niedersachsen von Anfang an klar war, dass wir die Verbraucherinnen und Verbraucher transparent über möglicherweise belastete Eier informieren". Neben den Warnungen aus den Niederlanden, seien daher Erkenntnisse auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de abzurufen. Eine Übersicht über alle Stempelnummern belasteter niederländischer Eier ist zu finden unter: https://www.nvwa.nl/onderwerpen/biociden/fipronil-in-eieren/lijst-met-eicodes-waarvan-de-nvwa-adviseert-ze-niet-te-eten.

Zudem gibt es nach aktuellem Stand in Niedersachsen neben dem bereits per Selbstanzeige festgestellten Betrieb in der Grafschaft Bentheim weitere vier Betriebe, in denen das mit Fipronil gemixte Mittel „Dega16" eventuell benutzt wurde. Meyer: „Die Bauern haben mit dem niederländischen Dienstleister im Vertrauen darauf zusammengearbeitet, dass alles korrekt und dem Gesetz entsprechend geschieht. Sie sind nach derzeitigem Kenntnisstand völlig unverschuldet in diese Lage geraten." Alle fünf Betriebe sind gesperrt worden. Weitere Untersuchungen finden statt.

Eigentlich ist das auf Basis ätherischer Öle hergestellte Dega16 ein zugelassenes Naturprodukt zur Bekämpfung von Läusen und Milben. Verboten ist jedoch die Vermischung mit Fipronil zur Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren. Dieses Insektizid wird in der Veterinärmedizin zur Bekämpfung etwa von Flöhen und Zecken bei Hunden und Katzen verwendet. Es ist jedoch als Arzneimittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren verboten. Beim Menschen kann Fipronil in höheren Dosen Haut und Augen reizen sowie zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. In der Langzeitwirkung besteht der Verdacht auf Schädigung von Organen.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer machte deutlich, dass auch von verarbeiteten Eiern grundsätzlich eine gesundheitliche Gefahr ausgehe, da sie die tägliche Aufnahmedosis des Insektengiftes im Körper erhöhen können. Hersteller dürfen daher keine belasteten Eiprodukte herstellen oder in Verkehr bringen. „Auch hier gilt die Nulltoleranz", sagte Meyer. „Mangels Kennzeichnungspflicht bei verarbeiteten Eiern, die das niedersächsische Agrarministerium ja seit Langem vom Bund fordert, ist jedoch die Herkunft der Eier nicht ersichtlich", kritisierte er. Deshalb bestehe „leider keine Möglichkeit für den Verbraucher", entsprechende Eier aus den belasteten Chargen in Eiprodukten zu identifizieren.

Niedersachsens Agrarminister hat bereits den Bund aufgefordert, den Stoff Fipronil in den nationalen Rückstandskontrollplan des Bundes aufzunehmen, damit dieser routinemäßig untersucht wird. Niedersachsens Verbraucherschutzministerium hat schon am vergangenen Wochenende umfangreiche zusätzliche Untersuchungen von Eiern und Legehennenbetrieben auf Fipronil veranlasst. In diesem Zusammenhang lobte Meyer die gute Zusammenarbeit mit Kommunen, Handel und Eiererzeugern in Niedersachsen. „Verbraucherschutz hat in Niedersachsen höchste Priorität. Das ist bei allen Beteiligten angekommen", so der Minister.

Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Комментариев нет:

Отправить комментарий

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...