Fipronil in Millionen Eiern - auch Salat betroffen
In Deutschland sind mehr Eier mit dem Insektizid Fipronil belastet und in den Verkauf gelangt als zunächst angenommen. Das teilte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Allein über niedersächsische Packstellen seien mehr als zehn Millionen belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland gelangt. Für alle diese Eier sei ein Rückruf angeordnet worden, so Meyer weiter. "Wir können nicht ausschließen, dass das nicht alles ist. Das sind die Informationen, die uns große Verarbeiter in Niedersachsen geben." Freitagabend sind auch sechs Salatprodukte des Herstellers Neue Mayo Feinkost wegen belasteter Eier zurückgerufen worden. Es handelt sich um die Produkte "Porreesalat Toscana", "Oma's Pellkartoffelsalat" (Mindesthaltbarkeitsdatum: 16. August), "Gosch Sonntagsfrühstück", "Eiersalat klassisch" (18. August), "Hofgut Eiersalat" (16. August) sowie "Hofgut Thunfischsalat" (16. August). Die Salate wurden laut Warnung neben Niedersachsen auch in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vertrieben.
Fipronil: So gefährlich sind verseuchte Eier
Der Skandal um mit Fipronil verseuchte Eier weitet sich aus. Wie gefährlich das Insektizid für Erwachsene und Kinder? Wie lauten die betroffenen Chargen? Das erfahren Sie hier. mehr
Printnummern im Internet einzusehen
Ebenso würden laut Meyer nun auch weitere Produkte geprüft, in denen Eier verarbeitet wurden - etwa Nudeln oder Kuchen. Er kritisierte, dass in diesem Fall die Initiative nicht vom Bundesministerium kam, sondern sein Ressort auf Berlin zugehen musste. Verbrauchern riet er, vorsichtig zu sein und sich die Nummern der Eier genau anzuschauen. Bei den betroffenen Chargen gelte nach wie vor "null Toleranz". Die Printnummern der betroffenen Eier aus Niedersachsen lauten 1-DE-0357731, 1-DE-0358001 und 0-DE-0360521. Im Internetportal www.lebensmittelwarnung.de sind alle Printnummern potenziell betroffener Eier zu finden. Die meisten davon stammen aus den Niederlanden.
Behörden werden in vier Betrieben fündig
Die Zahl der gesperrten Legehennenbetriebe, bei denen das Gift gefunden wurde, habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht zugenommen. Seit Donnerstag werden in den Landkreisen Emsland, Leer und Grafschaft Bentheim in Betrieben Proben genommen. Fündig geworden waren die Behörden bereits in vier Betrieben, die mit einem niederländischen Dienstleister zusammengearbeitet haben, der offenbar ein mit Fipronil versetztes Reinigungsmittel verwendet hatte. Legehennenhalter Hartmut Lönink musste am Donnerstag 400.000 belastete Eier vernichten.
Vergiftete Eier im Norden
Mittlerweile sind zwölf Bundesländer in Deutschland vom Eier-Skandal betroffen. Auch nach Schleswig-Holstein sind niederländische Eier geliefert worden, die mit Fipronil belastet sein könnten. Dem Verbraucherschutzministerium in Kiel liegt eine entsprechende Meldung vom Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel vor. In Mecklenburg-Vorpommern entdeckte ein Mann in Rostock in einem Supermarkt Eier mit dem betroffenen Kennzeichnungs-Code. Auch Hamburg bleibt von den Lieferungen nicht verschont. Betroffen ist dort etwa ein Großlager in der Umgebung. Die in der Hansestadt zuständigen Bezirke sind laut Gesundheitsbehörde informiert worden.
Ist auch Geflügelfleisch betroffen?
Hinweise, dass in Niedersachsen auch von Geflügelfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgehen könnte, gibt es laut Meyer derzeit nicht. Dies werde aber untersucht. In Belgien und den Niederlanden seien Nachweise im Fleisch der Legehennen gefunden worden. "Bei den Legenhennen, die wir belastet finden, ist ein menschlicher Verzehr natürlich nicht möglich und findet in der Regel auch nicht statt." Bislang gebe es keine Belege darüber, ob das Mittel auch in Masthühnerbetrieben zum Einsatz kam. "Auch dort wird es nun Untersuchungen geben", erklärte Meyer.
Aldi nimmt Eier bundesweit aus dem Verkauf
Auch in Norddeutschland sind giftbelastete Eier in den Handel geraten. Nur aus Mecklenburg-Vorpommern sind bislang keine Fälle bekannt. Der Discounter Aldi verkauft vorerst keine Eier mehr. mehr
"Überzogene Reaktion" von Aldi?
Freitagmorgen gab der Discounter Aldi bekannt, dass bis auf Weiteres keine Eier mehr verkauft werden. Rewe und Penny wollen auf einen solchen radikalen Schritt verzichten, meldeten die Unternehmen im Anschluss. Bei Rewe sehe man derzeit "keine Veranlassung" dazu, man beobachte die Entwicklung genau: "Sollten wir im Sinne unserer Kunden zu der Erkenntnis kommen, dass weitergehende Schritte notwendig werden, so werden wir entsprechend reagieren", hieß es bei Rewe. Ganz ähnlich äußerte sich Edeka. Die Eier der Edeka-Eigenmarken würden ausschließlich aus Deutschland stammen. Bislang liege dem Unternehmen kein Nachweis von Fipronil darin vor. Kritik an Aldi kam vom Deutschen Bauernverband: Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Maßnahme des Konzerns eine "überzogene Reaktion".
"Ich teile nicht die Auffassung, jetzt alle Eier aus dem Handel zu nehmen", sagte Meyer. "Wir haben jetzt drei Nummern von mehreren hundert Betrieben." Derzeit meldeten sich viele Betriebe, die nicht mit dem niederländischen Unternehmen zusammengearbeitet hätten.
Besonders gefährdet: Kinder
Beim Menschen kann Fipronil in höheren Dosen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Haut und Augen reizen sowie zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. Schlimmstenfalls bestehe das Risiko einer Schädigung von Organen. Besonders gefährdet könnten Kinder sein, weil sie wegen ihres geringeren Körpergewichts bei der gleichen Verzehrmenge eines Erwachsenen eine höhere Dosis konsumieren.
Belastete Eier: Verzichten Sie jetzt?
In Eiern wurde das Insektengift Fipronil gefunden, das eigentlich Flöhe, Läuse und Zecken bekämpfen soll. Essen Sie jetzt keine Eier mehr? Oder lässt Sie das alles kalt? Ihre Meinung! (04.08.2017) mehr
Meyer fordert harte Strafen
Agrarminister Meyer sagte weiter, es deute manches darauf hin, dass kriminelle Energie im Spiel ist. "Die Verantwortlichen für diese Gift-Panscherei müssen so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen und hart bestraft werden", so Meyer. "Nach derzeitigem Stand sind die Bauern unbescholten und vollkommen unschuldig in diese Notlage geraten." Er habe gestern schärfere Kontrollen veranlasst. "Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt auch mit Eiern verarbeitete Produkte unter die Lupe nehmen", fügte der Minister hinzu. Meyer kritisierte darüber hinaus erneut, dass es keine Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eier gibt: "Hätten wir eine solche Kennzeichnung, wäre es bei Vorkommnissen wie jetzt viel einfacher, die Herkunft von Eiern zurückzuverfolgen." Zudem müsse Fipronil in das bundesweite Rückstandsmonitoring für Lebensmittelkontrollen aufgenommen werden, so der Landwirtschaftsminister.
Meyer: "Es gilt null Toleranz"
Mit Blick auf den Eier-Skandal forderte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf NDR Info eine umfassendere Kennzeichnungspflicht für Produkte mit Eiern. (04.08.2017) mehr
Krisenkonferenz zum Eier-Skandal
Bund und Länder wollen sich über das weitere Vorgehen im Skandal um die mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier abstimmen. Tagesschau.de berichtet. extern
Lebensmittelskandale in Deutschland
Frostschutzmittel im Wein, Dioxin in Eiern, Gammelfleisch: Immer wieder verunsichern Lebensmittelskandale die Verbraucher. Hier eine Übersicht aus den vergangenen drei Jahrzehnten. Bildergalerie
Eier-Rückruf: Millionen Eier mit Insektizid Fipronil belastet
Gesundheitsgefahr! Millionen belastete Eier werden zurückgerufen

Aktuell werden Millionen verkaufte Eier zurückgerufen, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Beim Verzehr besteht akute Gesundheitsgefahr - insbesondere für Kinder.
Millionen Eier mit Biozid belastet
Aktuell werden rund 875.000 verkaufte Eier in Nordrhein-Westfalen zurückgerufen, weil sie mit dem Insektizid Fipronil in Berührung gekommen sind. Etwa 2,9 Millionen belastete Eier wurden aus den Niederlanden und Belgien nach NRW geliefert, von denen 875.000 schon vor dem Rückruf in den Handel gelangten. Wie n-tv berichtet, haben zudem einige Eier ihren Weg aus den Niederlanden nach Niedersachsen gefunden. Es soll sich um 1,3 Millionen betroffene Eier handeln.
Fipronil wird zur Bekämpfung von Flöhen, Läusen, Schaben, Zecken und Milben eingesetzt, ist offiziell allerdings nicht in Betrieben zugelassen. Dass das Insektizid dennoch genutzt wurde, ist erst bei Kontrollen niederländischer und belgischer Behörden aufgefallen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung bestehe ein Gesundheitsrisiko vor allem für Kinder, bei Erwachsenen könne die geringe Dosis nicht viel anrichten. Hochdosiert kann Fipronil jedoch Schäden an Leber, Schilddrüse und Niere verursachen.
Diese Chargen sind betroffen!
Wie die Lebensmittelbehörde am Dienstag mitteilte, könnte der Verzehr der Eier mit dem Aufdruck X-NL-40155XX gesundheitsschädlich sein. Die Chargen sind vor allem in NRW zu finden. In Niedersachsen lassen sich die betroffenen Chargen an den Stempelaufdrucken 1-NL 4128604 und 1-NL 4286001 erkennen. Die Legedaten liegen zwischen dem 9. und 21. Juli 2017.
Bislang wurde übrigens in den Eiern von 30 Geflügelbetreibern das schädliche Insektizid entdeckt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob Fipronil möglicherweise auch in deutschen Legehennenbetrieben zum Einsatz gekommen ist.
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Aktuell werden Millionen verkaufte Eier zurückgerufen, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Beim Verzehr besteht akute Gesundheitsgefahr - insbesondere für Kinder.
Rückruf bei Penny, Aldi und Rewe | Eier mit Salmonellen vergiftet?
Schon wieder Eier-Alarm in Deutschland!
Die Firma Eifrisch hat Freiland-Eier wegen eines Verdachts auf Salmonellen zurückgerufen und vor dem Verzehr gewarnt.
► Betroffen seien Eier des Lieferanten Parey mit der Printnummer 1-DE-1504401 und Mindesthaltbarkeitsdaten bis zum 12. Oktober 2017.
Das teilte die Firma aus dem niedersächsischen Lohne am Freitagabend mit.
Der Fipronil-Skandal
35 Mio. in Niedersachsen Fipronil-Skandal noch viel schlimmer
Das Ausmaß des Fipronil-Skandals ist größer als bisher bekannt. Offenbar wurden allein nach Niedersachsen 35 Millionen Eier geliefert.
Belgien Zwei Festnahmen im Eier-Skandal
Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier hat die Justiz in Belgien mehrere Durchsuchungen angeordnet.
Die Eier seien bei Penny, Aldi Nord und Rewe in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern verkauft worden.
Der Rückruf erfolge vorsorglich, da nach einer amtlichen Untersuchung ein Salmonellennachweis nicht ausgeschlossen werden könne. Der Verzehr könne zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.
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Fipronil im Ei: Ställe in Niedersachsen gesperrt
Die niederländische Kontrollbehörde hat zum vorläufigen Verzicht von Eiern aufgerufen. Sie sollen mit gesundheitsschädlichem Insektizid belastet sein. Besonders für Kinder ist das „Fipronil“ gefährlich. Quelle: N24/ Sebastian Honekamp. Experten warnen
Der Skandal um verseuchte Eier aus den Niederlanden weitet sich aus. Verbraucher sollten sie entsorgen. 02. August 2017 19:39 Uhr. Merken; Drucken; Mail an die Redaktion. Eier in einer mittlerweile geschlossenen Geflügelfarm in den Niederlanden.
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Millionen von Eiern sind mit einem Insektenvernichtungsmittel belastet. Sie müssen vernichtet werden. Auch in Bremen sind Eier mit dem schädlichen Fipronil im Umlauf. teilen · tweet · teilen · teilen · Verseuchte Eier auch in Deutschland? . Nach Angaben der Behörde gelangten insgesamt 2,9 Millionen belastete Eier von Erzeugerbetrieben in Belgien und den Niederlanden über eine Packstelle in Nordrhein-Westfalen nach Deutschland, davon gingen etwa 1,3 Millionen nach Niedersachsen
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Rückruf: Verseuchte Eier bereits in elf Bundesländern aufgetaucht
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Mit Insektengift belastet
Berlin. In Deutschland sind wohl mehr mit dem Insektizid Fipronil verseuchte Eier verkauft worden als bislang bekannt. Inzwischen wird in elf Bundesländern vor belasteten Eiern gewarnt. Auch Eier aus deutscher Produktion sind betroffen.
Der Skandal um mit Insektizid belastete Eier weitet sich aus: Das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betriebene Portal www.lebensmittelwarnung.de listete am Donnerstag die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bayern, Hamburg, Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Bremen auf.
Auch Eier aus einem deutschen Betrieb in Niedersachsen wurden positiv auf Fipronil getestet. Der Lebensmittelhändler Rewe und seine Discounttochter Penny nehmen Eier aus den Niederlanden nach eigenen Angaben vorsorglich aus dem Verkauf. Das Agrarministerium in NRW teilte auf Anfrage unserer Redaktion mit, worauf Verbraucher jetzt achten müssen.
Kundeninformation in der Kritik
Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) muss vor allem die Information der Kunden verbessert werden: "Neben einer zentralen Risikobewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) brauchen wir zukünftig konkrete Verhaltensempfehlungen im Sinne einer Krisenkommunikation - und zwar bundesweit einheitlich", sagte die Lebenmittelexpertin des Verbands, Jutta Jaksche, in Berlin. Das BfR hatte mitgeteilt, dass die belasteten Eier Kindern gefährlich werden könnten.
Jaksche forderte für das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen klaren Auftrag der Bundesländer: Die Behörde sollte auf der Website auf der Grundlage einer BfR-Bewertung "klare Handlungsempfehlungen geben und nicht nur die Warnungen der Bundesländer zusammentragen".
Hintergrund: Die schlimmsten Lebensmittel-Skandale Ewa Studio/ Shutterstock.com
Null-Toleranz-Politik gefordert
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer verlangte eine Null-Toleranz-Politik. "Bei diesem toxischen Stoff gilt die Nulltoleranz. Er hat in Lebensmitteln nichts zu suchen", erklärte der Grünen-Politiker am Mittwochabend. Die Argumentation, für Kinder gehe bei einem Durchschnittskonsum in Deutschland keine Gesundheitsgefahr aus, verharmlose das Problem. Wenn ein Kind mehr Eier esse als durchschnittlich angenommen, sei die tägliche Aufnahmedosis dieses Giftes bereits überschritten.
Meyer betonte zudem, dass auch von verarbeitenden Eiern eine Gefahr ausgehe. Mangels Kennzeichnungspflicht bei verarbeiteten Eiern sei die Herkunft der Eier nicht zu erkennen. Verbraucher könnten so belastete Chargen nicht identifizieren. "Auch hier gilt die Nulltoleranz." Wer auch immer "bewusst oder fahrlässig" Mittel zur Schädlingsbekämpfung bei der Lebensmittelherstellung von Eiern und Fleisch verwendet habe, müsse "unnachgiebig zur Rechenschaft gezogen werden", forderte der Minister.
Auch Betrieb in Niedersachsen betroffen
Doch nicht nur in den Niederlanden ist die illegale Mixtur des Milbenbekämpfungsmittels Dega-16, die das Fipronil enthält, zum Einsatz gekommen. Bei einem Betrieb in der niedersächsischen Grafschaft Bentheim mit 40.000 Freilandlegehennen wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Eier mit Fipronil gefunden. Damit sind auch erstmals Eier mit einer deutschen Printnummer betroffen: Das Ministerium warnt vor Eiern mit der Nummer 1-DE-0357731. Vier weitere Betriebe, die Dega-16 erhalten hatten, wurden gesperrt.
Als Auslöser des Skandals gilt das Desinfektionsmittel Dega-16, mit dem Blutläuse bei Geflügel bekämpft werden sollen. Darin wurde Fipronil beigemischt, was in der Geflügelzucht nicht verwendet werden darf. Ein belgischer Händler steht im Verdacht, dies getan zu haben.
Niederländische Geflügelzüchter beklagen Verkaufsstopp
Der Verband der niederländischen Geflügelzüchter indes hat den Verkaufsstopp von niederländischen Eiern in deutschen Supermärkten kritisiert. "Alle niederländischen Eier, die nun in den Handel kommen, sind garantiert frei von Fipronil", sagte der Vorsitzende des Verbandes, Eric Hubers, am Donnerstag im niederländischen Radio.
Hubers nannte die Maßnahmen von Rewe und Penny sowie die Warnungen auch der Behörden im eigenen Land überzogen. "Das ist Panikmache, denn man weiß, dass es keine Risiken gibt."
Insgesamt 180 Betriebe wurden in den Niederlanden gesperrt, bis die Testergebnisse vorliegen. Die Züchter erwarten wegen der Affäre große Einkommensverluste. 60 bis 70 Prozent der niederländischen Eier werden exportiert, vorwiegend nach Deutschland.
Auch in Deutschland wurden mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier verkauft. Wir haben aufgelistet, wie die Supermärkte mit Eiern verfahren und bei welchen Prüfnummern Sie aufpassen müssen.
Belastete Eier aus den Niederlanden wurden bei Kaufland verkauft.
Bei der Supermarktkette Kaufland wurden Eier mit dem Insektizid Fipronil verkauft – viele Betriebe in NRW reagieren. In Folge des Skandals wurden 180 Betriebe in den Niederlanden und fünf Höfe in Niedersachsen gesperrt.
Im Skandal um mit Schädlingsbekämpfungsmitteln verseuchte Eier hat die niederländische Lebensmittelbehörde gestern ein Eigentor geschossen. Wer der Nation erst empfiehlt, überhaupt keine Eier mehr zu essen, und dann wieder zurückrudert, setzt sich dem Verdacht aus, er habe die Lage nicht mehr im Griff. Das ist der schlimmste Eindruck, den man verunsicherten Verbrauchern vermitteln kann. Was hilft, ist fortlaufende Information über neue Erkenntnisse und betroffene Betriebe. Alles andere löst nur Panik aus.
Rückruf in NRW und Niedersachsen: Insektengift in Eiern!

In NRW sind knapp 2,9 Millionen mit einem Biozid (Insektengift) belasteten Eier, aus den Niederlanden eingeführt worden, wovon (nach aktuellem Stand) knapp 850.000 in den Einzelhandel geraten sind.
Fiprinol in Eiern festgestellt – bitte nicht verzehren!
Das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) warnt vor dem Verzehr von Eiern, welche mit dem Breitband-Insektenschutzmittel Fiprinol belastet sind. Proben vom 20.07.2017 geben Werte von 0.0031 und 1.2 mg/kg aus.
Die festgestellte Menge ist laut Bundesamt für Risikobewertung nicht gesundheitsgefährdend. Trotzdem gesteht man ein, dass die Richtwerte für Kleinkinder um den Faktor 1,6 überschritten werden.
Wir empfehlen: Grundsätzlich auf den Verzehr zu verzichten!
Fiprinol: Ein Breitband-Insektengift, welches gegen Schädlinge wie Läuse, Milben, Flöhe und auch Zecken eingesetzt wird. Für Legehennen ist es nicht zugelassen – weshalb die Kontamination der Eier in dieser Form niemals hätte stattfinden dürfen!
Bei gekauften Eiern unbedingt den Stempel prüfen
Man weiß, dass die Eier aus den Niederlanden in NRW gelandet sind. So übrigens auch nach Italien, Polen, Frankreich, Belgien – und in die Niederlande selbst. Jedoch gibt es zum aktuellen Zeitpunkt noch absolut keine Hinweise darauf, in welchen Märkten die belasteten Eier gelandet und verkauft wurden.
Zu erkennen sind die zurück gerufenen Eier lediglich am Stempel. Findet man im eigenen Haushalt Eier mit dem Aufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001, dann weg damit!
Da die Vertriebswege (aus welchen Gründen auch immer) mehr als schleierhaft zu sein scheinen, können wir nur inständig darum bitten, die jeweils betroffenen Händler offen über den Kauf der belasteten Eier zu informieren. Gerne nehmen auch wir Hinweise entgegen und leiten sie an die entsprechenden Stellen weiter. Danke!
Update vom 01.08.2017: Neben NRW nun auch Niedersachsen betroffen!
Das Verbrauchermagazin Cleankids.de berichtet, dass die niederländischen Behörden weitere betroffene Eier identifiziert haben, welche in den Niederlanden in den Verkauf geraten sind. Insbesondere Verbraucher in Grenznähe könnten – über Wochenmärkte etc – an betroffene Eier geraten sein.
Ganz aktuell können wir berichten, dass man neben Chargen in NRW auch in Niedersachsen eine erhebliche Zahl an betroffenen Stempelaufdrucken identifizieren konnten. Welche Stempel in welchem Bundesland gefunden wurden, erfahrt ihr hier:
Hinweis: Das X im Stempelcode kann mit einer beliebigen Zahl ersetzt sein!
Stempelcodes mit akuter Gesundheitsgefahr:
Stempelcodes, bei denen die Behörden vom Verzehr durch Kinder abraten:
Update vom 02.08.2017: Möglicherweise auch deutsche Betriebe betroffen – neue Stempelcode-Aufdrucke bekannt geworden!
Heute morgen wurde bekannt, dass möglicherweise auch deutsche Legehennenbetriebe besagtes Desinfektionsmittel genutzt haben könnten. Tiefergehende Informationen und neue Stempelcodes findet man in diesem Beitrag.
Mit Fipronil belastete Eier auch im Nordosten
Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind nun mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier gefunden worden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums vom Freitag ist das einem aufmerksamen Bürger in Rostock zu verdanken. Der Mann hatte am Montag in einer Rostocker Filiale der Lebensmittelkette Kaufland Eier gekauft und am Donnerstag nach der Veröffentlichung der betroffenen Kennzeichnungs-Codes einen solchen (1-NL-4331901) auf seinen Eiern entdeckt.
Betroffene Eier schon aus Regal entfernt
Von dieser Information habe das Ministerium am Donnerstag gegen 21 Uhr Kenntnis erhalten, heißt es in einer Mitteilung. Die offizielle Schnellwarnmeldung hätten die zuständigen Behörden ebenfalls am Donnerstag bekommen. Der Händler selbst hatte die Eier bereits am Mittwoch aus den Regalen genommen. Der Rückruf in den Kaufland-Filialen werde nun von den Lebensmittelüberwachungsämtern kontrolliert. Im Internetportal www.lebensmittelwarnung.de sind alle Printnummern potenziell betroffener Eier zu finden.
Feinkost-Händler ruft Salate zurück
Auch erste Eier-Produkte wurden zurück gerufen. Laut Internetportal sind sechs Salatprodukte des Lübecker Herstellers Neue Mayo Feinkost GmbH betroffen. Die Rücknahme sei als Maßnahme des vorbeugenden Verbraucherschutzes eingeleitet worden, heißt es auf der Internetseite. Die Salate wurden demnach in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertrieben.
Ministerium: Betroffene Eier im Restmüll entsorgen
Das Ministerium rät vom Verzehr belasteter Eier ab und empfiehlt, sie über den Restmüll zu entsorgen. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge geht wegen der geringen Wirkstoff-Konzentration von den belasteten Eiern keine Gesundheitsgefahr aus. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer (Grüne) sind allein über niedersächsische Packstellen mehr als zehn Millionen belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland gelangt. Für alle diese Eier sei ein Rückruf angeordnet worden. Ein pflanzliches Desinfektionsmittel war mit dem für Nutztiere nicht erlaubten Läusegift Fipronil gemischt und in niederländischen Geflügelbetrieben zur Milbenbekämpfung eingesetzt worden.
Opposition fordert bessere Lebensmittelkontrollen
In Mecklenburg-Vorpommern fordert nun die Opposition im Landtag Konsequenzen. Der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion Wolfgang Weiß erklärte, das Anti-Läusemittel Fipronil müsse umgehend in den Nationalen Rückstandskontrollplan aufgenommen werden. Trotz Sommerpause sollten die Agrarminister der Länder darauf gemeinsam drängen. Der Wirkstoff Fipronil gehört bisher nicht zum Routinespektrum der Lebensmittelüberwachung. Landestierarzt Dirk Freitag sagte, bei der Überwachung der mehr als 500 Legehennenbetriebe im Nordosten sollten Eier jetzt verstärkt auch auf diesen Wirkstoff untersucht werden.
Fipronil: Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen drei Legehennenbetriebe in der Grafschaft Bentheim sowie einen Betrieb im Landkreis Leer. Sie waren positiv auf Fipronil getestet worden. mehr
Lebensmittelskandale in Deutschland
Frostschutzmittel im Wein, Dioxin in Eiern, Gammelfleisch: Immer wieder verunsichern Lebensmittelskandale die Verbraucher. Hier eine Übersicht aus den vergangenen drei Jahrzehnten. Bildergalerie
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Radio MV | 04.08.2017 | 19:00 Uhr
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Nachrichten August 2017
GESUNDHEIT: Die NVWA warnt vor giftigen Eiern - auch in Deutschland droht Gefahr
Barneveld . EF/VK/NRC/Trouw/WN . 01. August 2017.
Die niederländische Gesundheitsbehörde NVWA (Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit) rät aktuell vom Verzehr von Eiern mit bestimmten Kennzeichnungen ab. Grund dafür ist das Insektizid Fipronil. Aus einer Meldung der niederländischen Gesundheitsbehörde am Montag geht hervor, dass der Anteil dieses Insektizids in diesen Eiern so hoch ist, dass von ihnen eine akute Gesundheitsgefährdung ausgeht. All diese vergifteten Eier stammen aus einem Betrieb und können anhand des betriebseigenen Codes X-NL-40155XX identifiziert werden. Aktuell werden alle Eier dieses Unternehmens aus den Regalen niederländischer Supermärkte entfernt.
Darüber hinaus haben zehn weitere Betriebe ihre mit Fipronil belasteten Eier selbst zurückgerufen. Diese sind ebenfalls mit dem Insektizid belastet und können bei dauerhaftem Verzehr insbesondere für Kinder schädlich sein, deren gesundheitsschädlicher Grenzwert deutlich unter denen von Erwachsenen liegt. Die jeweiligen Eier sind mit den folgenden Codes der jeweiligen Betriebe gekennzeichnet: X-NL-43113XX, X-NL-43326XX, X-NL-43835XX, X-NL-42766XX, X-NL-42071XX, X-NL-43514XX, X-NL-41679XX, X-NL-43879XX, X-NL-43640XX und X-NL-42659XX. Eltern wird empfohlen, Eier mit diesen Kennzeichnungen von ihren Kindern fernzuhalten. Den entsprechenden Geflügelbauern stehen in diesem Zusammenhang nun zwei Optionen zur Auswahl. Entweder sie beseitigen ihre Hühner oder aber setzen sie auf eine bestimmte Diät, durch die sie sowohl Fett als auch Federn verlieren, was letztendlich zu einem Entgiftungsprozess der Hühner führt. Darüber hinaus müssen die Ställe nun gründlich gereinigt werden.
Bei dem Wirkstoff Fipronil handelt es sich um ein Insektizid, das vor allem in Produkten gegen Flöhe, Zecken und Milben vorkommt, wie beispielsweise in Flohhalsbändern für Hunde und Katzen. Fipronil darf allerdings nicht bei Tieren verwendet werden, die zur Gewinnung von Nahrungsmitteln dienen. Schließlich kann dieses Insektizid, sofern es in größeren Mengen konsumiert wird, zu Schädigungen der Niere, Leber oder Schilddrüse führen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Chickfriend, ein niederländischer Spezialist in der Bekämpfung von (Blut-)Läusen, in vielen Geflügelbetrieben mit dem Insektizid Fipronil gearbeitet hat. Die NVWA konnte in den Eiern von insgesamt vier Unternehmen Fipronil nachweisen – allesamt Kunden von dem Unternehmen Chickfriend aus Barneveld.
Als Vorsichtsmaßnahme hat die NVWA rund 180 Betriebe stillgelegt, die nachweislich Kunden des Unternehmens Chickfriend sind. Es wird untersucht, ob auch in diesen Betrieben mit Fipronil vergiftete Eier anzutreffen sind. Bis dahin dürfen weder Eier, Fleisch noch Mist die jeweiligen Höfe verlassen. Auch Bio-Eier sind nicht vor Fipronil gefeit. Der Geflügelbauer Helmus Torsius aus Putten erklärt, dass alle seine Bio-Eier entsorgt werden müssen. „Dies ist ein Verlust von 20.000 Euro pro Woche.“ Die niederländische Landwirtschaftsorganisation LTO sagt zu diesem Thema, dass Chickfriend die Schädlingsbekämpfungsmittel in Belgien gekauft habe. Vermutlich wurde dem legalen Mittel, bestehend aus Eukalyptus und Menthol, mit dem die Ställe eingesprüht wurden, das illegale Fipronil beigefügt. Laut OVONED, dem Fachverband für den gesamten Eiersektor, sind seit dem 22 Juli keine kontaminierten Eier mehr in den Einzelhandel gelangt. Die Organisation kritisiert darüber hinaus die aktuelle Notlage, von der nun viele Geflügelbauern betroffen sind. Obwohl sie nicht für die aktuelle Situation verantwortlich sind, bleiben sie die Opfer dieses Skandals. Durch die Rückrufaktion entsteht für viele Bauern ein riesiger finanzieller Schaden.
Und dabei erstreckt sich die Rückrufaktion nicht nur auf niederländische Supermärkte. Auch deutsche Supermärkte sind von den verseuchten Eiern betroffen. Das niedersächsische Agrarministerium teilte mit, dass etwa 2,9 Millionen Eier aus den Niederlanden bzw. aus Belgien in einer Packstelle in Nordrhein-Westfalen eingegangen seien. 1,3 Millionen dieser Eier gelangten von dort aus nach Niedersachsen. In einer Packstelle im Kreis Borken (NRW) wurden bereits mit Fipronil belastete Eier gefunden. Dies hatte einen Rückruf von rund 900.000 Eiern zur Folge. „Es gilt in der Europäischen Union bei Fipronil Nulltoleranz“, so Agrarminister Christian Meyer aus Niedersachsen. „Das Insektizid hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Punkt.“ Zurzeit wird in Nordrhein-Westfalen mit einem Monitoring-Programm untersucht, ob noch andere Packstellen infizierte Eier erhalten haben. Der Pressesprecher des Landwirtschaftsministeriums in Düsseldorf geht jedoch davon aus, dass keine weiteren Eier in deutschen Supermarktregalen zu finden seien. Dennoch wird Verbrauchern empfohlen, eventuell kontaminierte Eier zurückzugeben. Die entsprechenden Eier wurden in Deutschland nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums mit dem Stempelaufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001 sowie mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) 14.08.2017 bzw. 16.08.2017 versehen.
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Fipronil-Skandal Fipronil auch in verarbeiteten Lebensmitteln gefunden
Nach dem Fipronil-Skandal im August 2017 hatte das Bundesministerium fьr Ernдhrung und Landwirtschaft (BMEL) mit den Bundeslдndern ein bundesweites Monitoring von eihaltigen verarbeiteten Lebensmitteln vereinbart. Die Koordination obliegt dem Bundesamt fьr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Bis Ende des Jahres sollten 800 Proben gezogen und untersucht werden.

Getestet wurden Produkte wie Eierlikцr, Backwaren Salate und auch Volleipulver. Nach Berichten der Presse sollen ьber 100 der 500 bisher gezogenen Proben fipronilhaltig sein, 25 Produkte sollen Gehalte ьber dem einschlдgigen Grenzwert enthalten. Einen Rьckruf der Produkte oder eine Information seitens der Behцrden lag bisher jedoch nicht vor.
Grund ist, dass es einen Ermessensspielraum der Behцrden gibt, wann sie Rьckrufe anordnen. Bei Gesundheitsgefahren mьssen die Behцrden einen Rьckruf durchsetzen. In Fдllen, fьr die keine Gesundheitsgefahr zu befьrchten ist, besteht dieser Ermessensspielraum.
Rьckrufe sind teuer und kцnnen zu Imageschдden fьhren, da haben die Behцrden auch begrьndete Angst vor Schadensersatzansprьchen. Letztlich sollte die Lebensmittelьberwachung durch verbindlichere Regeln davor geschьtzt werden. Nur das fьhrt zu einer Informationspolitik der Behцrden und zu mehr Transparenz fьr den Verbraucher.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert jedoch eine Nulltolleranz fьr Fipronil in Lebensmitteln, der Einsatz des Giftes ist ohnehin bei Tieren in der Lebensmittelproduktion nicht zugelassen. Der Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert, dass auch verarbeitete Produkte mit Ei, in denen Fipronil nachgewiesen wurde, цffentlich zurьckgerufen werden. Verbraucher haben ein Recht auf Transparenz.
Nachdem im Zuge des Fipronil-Skandals viele deutsche Handelsketten dazu ьbergingen, niederlдndische Eier aus ihrem Sortiment zu nehmen, werden diese wieder zunehmend in den Regalen angeboten. Auch tauchen wieder Code-Nummern von Betrieben auf, die im August mit dem Pestizid Fipronil und auch Amitraz belastet und daher gesperrt waren. In 26 EU-Mitgliedsstaaten und 19 Drittlдndern waren mit Fipronil belastete Eier und verarbeitete Produkte gefunden worden.
Damit gesperrte Betriebe wieder Eier erzeugen und liefern kцnnen, mьssen diese nachweisen, dass die produzierten Eier frei von Fipronil und Amitraz sind und fьr Verbraucher sicher sind. Somit kцnnen durchaus Eier aus Betrieben, die zuvor betroffen waren, nun wieder im Handel angeboten werden. Die Codenummern von weiterhin betroffenen Eiern, die aber nicht zwangslдufig nach Deutschland geliefert wurden, werden auf der Internetseite der niederlдndischen Gesundheitsbehцrde NVWA verцffentlicht.
Derzeit dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch an, deren Ergebnisse zum Ende des Jahres erwartet werden. Als Konsequenz fordert der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis eine bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Schnellwarnsysteme sowie die Lцsung technischer Probleme, um insgesamt eine schnellere Informationsweitergabe zu gewдhrleisten. Auch Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) rдumte ein, dass Verbesserungen in der Verbraucherkommunikation mцglich und nцtig sind.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen kritisiert die uneinheitliche Bewertung der Lage durch die Bundeslдnder und das BMEL sowie fehlende konkrete Handlungsempfehlungen fьr Verbraucher.
Tipp zur Eier-Kennzeichnung
Auf dem Eierkarton wird die Nummer der Packstelle angegeben. Sie informiert darьber, wo die Eier abgepackt wurden, aber nicht, wo die Hьhner sie gelegt haben. AusschlieЯlich am Stempel auf dem Ei lдsst sich erkennen, woher die Eier im Karton stammen. Dieser Erzeugercode informiert darьber, wie die Hennen gehalten werden (etwa Freilandhaltung) und ьber deren Herkunft.
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Ein Informationsangebot der Verbraucherzentrale Niedersachsen, HerrenstraЯe 14, 30159 Hannover
Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Dioxin-Eier in Niedersachsen aufgetaucht
Dioxin-Eier in Niedersachsen aufgetaucht
Aktualisiert: 13.04.12 21:58

Düsseldorf/Hannover - Das Rätselraten um Dioxin-Eier aus Nordrhein-Westfalen ist noch nicht beendet, da schrecken ähnliche Fälle in Niedersachsen auf.
In Niedersachsen wurden auf einem dritten Hühnerhof erhöhte Dioxinwerte in Eiern gefunden. Das teilte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Freitagabend in Hannover mit.
Aus einem Bio-Betriebes im Landkreis Aurich seien vor der Sperrung rund 100 000 Eier in den Verkehr gelangt. Diese Eier wurden nach ihren Angaben an einen Großhändler in Nordrhein-Westfalen geliefert. Das Futtermittel in den Betrieben sei nicht belastet gewesen, sagte die Sprecherin.
Das Agrarministerium habe NRW darüber informiert, dass die Eier von einem Betrieb stammten, der wegen hoher Belastung mit dioxinähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) auffällig geworden sei. “Die weitere Vermarktung erfolgte in NRW über Discounter und Lebensmittelketten“, hieß es in einer Mitteilung aus Düsseldorf.
Die Eier sollen zwischen dem 12. März und 3. April geliefert worden sein. Sie tragen nach Angaben aus dem Düsseldorfer Ministerium die Stempelnummer 0-DE-0357661. Das NRW-Verbraucherschutzministerium habe einen Sondereinsatz des Landesumweltamtes (LANUV) angeordnet. Man versuche, die Vertriebswege und noch vorhandene Chargen zu ermitteln - und den Rückruf zu kontrollieren.
In Niedersachsen waren bereits zuvor erhöhte Dioxinwerte in Eiern zweier Höfe aus dem Kreis Aurich in Ostfriesland bekanntgeworden. Die beiden Freilandbetriebe wurden gesperrt. Dort wollten die Behörden das Futtermittel und auch den Boden und das Wasser untersuchen und eine mögliche Belastung über die Luft prüfen lassen.
Die beiden konventionellen Großbetriebe hätten ihr Futter von demselben Lieferanten in Niedersachsen bezogen, bei dem ebenfalls Futtermittelproben kontrolliert werden sollten, hatte die Sprecherin des Agrarministeriums in Hannover, Natascha Manski, zuvor gesagt. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestehe nicht. “Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Eier bereits aus den Verkaufsregalen geholt worden ist.“
In NRW waren dioxinbelastete Eier bei zwei kleinen Direktvermarktern in Duisburg entdeckt worden. Zudem tauchten auf einem Hof in Ostwestfalen PCB-belastete Eier auf. Dort wollten am Freitag Kontrolleure Unterlagen zur Produktion und zu den Vertriebswegen der Eier einsehen. Die Staatsanwaltschaft erstattete Anzeige gegen Unbekannt.
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